Die indonesische Botschaft in Phnom Penh berichtete, dass mehr als 400 indonesische Staatsangehörige nach einer Razzia der kambodschanischen Regierung aus mutmaßlichen Online-Betrugsoperationen freigelassen wurden. Beamte sagen, viele der freigelassenen Arbeitnehmer würden eine Rückführung anstreben, während Menschenrechtsgruppen davor warnen, die Freilassungen könnten taktisch motiviert sein und die Opfer Unterstützung benötigen.

Indonesische Diplomaten in Phnom Penh teilten mit, dass über 400 indonesische Staatsangehörige im Zuge einer neuen Kampagne der kambodschanischen Regierung Mitte Januar 2026 aus mutmaßlichen Online‑Betrugsnetzwerken „freigelassen“ worden seien. Die Botschaft berichtete, dass aus den Komplexen befreite Personen Hilfe bei der Rückkehr nach Hause suchen und Konsularteams mit den kambodschanischen Behörden zusammenarbeiten, um Repatriierungsanträge zu bearbeiten. Die Maßnahmen der kambodschanischen Strafverfolgungsbehörden folgten auf Festnahmen in hohen Rängen und Druck auf bekannte Betrugszentren, wobei Beamte öffentlich versprachen, große Zentren des Online‑Betrugs zu beseitigen. Menschenrechtsorganisationen und Ermittler warnten, dass die veröffentlichten „Freilassungen“ eher Flucht der Betreiber, vorübergehende Zerstreuung von Arbeitskräften oder Verlagerung der Aktivitäten widerspiegeln könnten als eine umfassende Zerschlagung der Netzwerke. Humanitäre Organisationen forderten umgehend Opfer‑Unterstützungsdienste, einschließlich Traumaberatung, Rechtsbeistand und sichere Repatriierungskanäle, und wiesen darauf hin, dass viele Beschäftigte möglicherweise Opfer von Menschenhandel oder Zwang gewesen seien. Der Vorfall hat den regionalen Fokus auf grenzüberschreitende Ausbeutung von Arbeitskräften im sogenannten „pig‑butchering“-Romantik‑ und Krypto‑Betrugsökosystem erneuert und die diplomatischen, polizeilichen und opferbezogenen Versorgungslücken hervorgehoben, die dringender Koordination bedürfen.