Guardia di Finanza beschlagnahmt 1,98 Mio. € nach EPPO-Ermittlung „Nuovi Orizzonti“ zu RRF-Betrug
Auf Ersuchen der EPPO in Turin führte die italienische Guardia di Finanza am 5.–6. März 2026 eine präventive Beschlagnahme von nahezu 1,98 Mio. € und weiteren Vermögenswerten durch. Die Maßnahmen zielen auf mutmaßlich fingierte Firmen und gefälschte Buchhaltungen, mit denen Fördermittel und Steuergutschriften aus dem EU-Wiederaufbaufonds (RRF) erschlichen worden sein sollen.
Im Rahmen der Operation „Nuovi Orizzonti“ setzte die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) in Turin die Guardia di Finanza ein, die am 5. und 6. März 2026 vorsorgliche Beschlagnahmungen anordnete und durchführte. Ermittler froren Bankguthaben von fast 1,98 Mio. € ein und beschlagnahmten Immobilien, Fahrzeuge sowie Unternehmensanteile, die laut Ermittlungen im Zentrum eines organisierten Systems von Scheinfirmen und gefälschten Abschlüssen standen. Dieses System habe demnach darauf abgezielt, Fördergelder des Recovery & Resilience Facility (RRF) sowie steuerliche Gutschriften für angebliche Energieeffizienzprojekte zu erlangen, die in Wahrheit nicht existierten. EPPO bezeichnete die Aktion als Teil einer umfassenderen Untersuchung zum systematischen Missbrauch öffentlicher Mittel und betonte, dass die Beschuldigten bis zur gerichtlichen Klärung als unschuldig gelten. Die Ermittlungen werden mit forensischer Buchprüfung, Rückverfolgung der Firmenstrukturen und grenzüberschreitender Zusammenarbeit fortgesetzt, um tatsächliche Nutznießer zu identifizieren und fehlgeleitete öffentliche Mittel zurückzufordern. Ziel der Maßnahme ist sowohl die Sicherung von Vermögenswerten für mögliche Rückerstattungen als auch die Verhinderung einer weiteren Verwertung der Mittel, während die Strafverfahren vor italienischen Gerichten voranschreiten.