Die Militärregierung Myanmars kündigte eine „Null-Toleranz“-Kampagne gegen große Betrugsanlagen an, führte Razzien und Abrisse durch, doch AP-Recherchen und Satellitenbilder zeigen, dass viele Betriebe weiterbestehen oder ihren Standort verlagern. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Maßnahmen weitgehend bloß inszeniert sein könnten und dass Menschenhandel und Zwang gegenüber Arbeitskräften weiterhin weit verbreitet sind.

AP-Journalisten kombinierten Feldberichterstattung, Interviews und Satellitenbilder, um die von Myanmar angekündigte Härte gegen Cyber-Betrugsanlagen zu bewerten, und stellten fest, dass sie die weit verbreitete Betrugsbranche nicht ausgelöscht hat. Obwohl die Junta öffentlich Razzien durchführte, Einrichtungen zerstörte und eine Erzählung der Durchsetzung propagierte, bilden sich viele Betrugsorganisationen Berichten zufolge an neuen Standorten neu, gehen zu heimlicheren Strukturen über oder nutzen alternative Satelliten-Internetdienste wie Starlink, um die Konnektivität aufrechtzuerhalten. Befragte Opfer und lokale Quellen beschrieben fortgesetzte Rekrutierung, Nötigung und Menschenhandel mit Arbeitern, die gezwungen werden, Betrugsleitungen und Social-Engineering-Methoden für organisierte Gruppen zu betreiben. Beobachter und Ermittler sagten, selektive Durchsetzung, Geldstrafen und Schaufenster-Demolierungen würden wenig dazu beitragen, die größeren Netzwerke zu zerschlagen, die von lokaler Komplizenschaft und grenzüberschreitender Logistik profitieren. Die AP machte auf die humanitäre Dimension aufmerksam: Gezwungene Arbeiter sind Gewalt ausgesetzt und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, während Opfer weltweit weiterhin Geld verlieren. Die Berichterstattung forderte stärkere internationale Überwachung, Sanktionen gegen Unterstützer und koordinierte Anstrengungen, das Ökosystem zu stören, das anhaltende cyberbasierte Betrugsmaschen ermöglicht.