Das US-Justizministerium (DOJ) hat im Rahmen seines landesweiten Vorgehens „2026 National Health Care Fraud Takedown“ Anklagen gegen 455 Beschuldigte angekündigt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beteiligten Betrug im Gesundheitswesen vor, der – nach ihren Angaben – mehr als 6,5 Milliarden US-Dollar an falschen Abrechnungen umfasst.

Das DOJ Office of Public Affairs hat eine umfassende nationale Durchsetzungsmaßnahme bekannt gegeben, die an das „2026 National Health Care Fraud Takedown“ gekoppelt ist. In der Mitteilung heißt es, dass 455 Beschuldigte im Zusammenhang mit mutmaßlichen Gesundheitsbetrugsfällen angeklagt wurden, bei denen Staatsanwälte nach eigenen Angaben mehr als 6,5 Milliarden US-Dollar an falschen Forderungen geltend sehen. Die Initiative umfasst zudem Vorwürfe, die im Zusammenhang mit Aktivitäten rund um die Opioid-Missbrauchskrise stehen und damit den Fokus über klassische Abrechnungsbetrugsfälle hinaus erweitern. Das DOJ unterstreicht dabei den Umfang und die Komplexität des Vorgehens und verweist auf Koordinationsanstrengungen, die sich über mehrere Bundesstaaten und sogar ins Ausland erstrecken. Die Ankläger stellen die Vorwürfe als schädlich für Patientinnen und Patienten dar und betonen zugleich, dass damit auch staatliche und bundesstaatliche Gesundheitsprogramme untergraben würden. In solchen Verfahren können Angeklagte beispielsweise beschuldigt werden, Leistungen abzurechnen, die nicht medizinisch notwendig gewesen seien, Diagnosen oder Behandlungen zu verschleiern oder an Vereinbarungen mitzuwirken, die eine betrügerische Erstattung gezielt begünstigt hätten. Die Mitteilung hebt außerdem mögliche Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten hervor und macht damit deutlich, dass die Durchsetzung gegen Gesundheitsbetrug auch eine Konsumentenschutz-Komponente hat. Für Leserinnen und Leser ist die zentrale Botschaft: Gesundheitsbetrug bleibt ein Schwerpunkt der Bundesstaatsanwälte – vor allem dort, wo abgestimmte Strukturen, große Abrechnungsvolumina und begleitende kriminelle Handlungen eine Rolle spielen können, etwa im Zusammenhang mit Drogendiversion oder -missbrauch.